Bezauberndes Galapagos

Nach einer gemeinsamen Nacht mit Isa in Trujillo, brachen wir auch schon wieder auf, um die lange Busfahrt nach Ecuador anzutreten. Nach knapp 20 Stunden erreichten wir Guayaquil, die groesste Metropole Ecuadors. Am Morgen des 18. April ging unser Flug von dort aus zum Galapagos Archipel.

Als wir aus dem Flugzeug stiegen, erschlug uns eine Hitzewelle foermlich. Kein Wunder, denn wir waren zurueck am Aequator. Bei meinem ersten Aufenthalt am Aequator vor ein paar Wochen, mitten in den Anden auf ca. 3000m, war die Temperatur noch Fruehlingshaft und das Aequatorschild schien mir ein wenig fehl am Platze zu sein. Doch hier draussen, etwa 1000km vor der ecuadorianischen Kueste gelegenen Galagagos Inseln, herrscht ein ganz besonderes Klima. Ein Mikroklima, was sich bezueglich auf Flora und Fauna nicht in die inneren Tropen eingliedern laesst. Ueberhaupt faellt es schwer, Galapagos irgendwo einzugliedern, denn es ist nicht moeglich. Die Inseln sind einzigartig auf der Welt, und jeder der sie einmal besuchen durfte wird verstehen, dass es sehr schwer faellt die richtigen Worte zu finden, um diese Einzigartigkeit zu beschreiben.

Viele der Tiere und Pflanzen sind endemisch, also nur auf Galapagos, bzw. auf einzelnen Inseln im Archipel anzutreffen. So trifft man hier beispielsweise auf die noerdlichste Pinguinkolonie der Erde, auf etliche Voegel, die einfach nie Feinde im Laufe ihrer Evolution hatten und auch heute dem Menschen gegenueber keine Furcht zeigen. Oder ein Kormoran, der soviel Fisch vorfindet, das er glatt das Fliegen verlernte. Praehistorisch wirkende Echsen die sich je nach ihrer Art aufs Land oder Wasser spezialisiert haben. Albatrosse, die bei ihrem belustigenden Landeanflug einen fast umfliegen oder Seeloewen, die so faul an Land wirken und im Wasser uns staendig zum Spiel auffordern. Das beeindruckenste sind jedoch sicherlich die Riesenschildkroeten, die je nach ihrer Art bis zu 250 Jahre alt werden koennen. Von den einst 14 Arten sind dreieinhalb Arten bereits vom Menschen ausgerottet. Ich schreibe dreieinhalb, weil es von einer Art nur noch ein uebrig gebliebenes Maennchen gibt, der angesichts dieser Einsamkeit beruehmt wurde. Ich spreche vom Einsamen Georg. Alle Bemuehungen der vergangenen Jahrzehnte, ein Weibchen seiner Art zu finden, schlugen fehl. So lebt Lonesome George seit Jahren in der Charles Darwin Station und wartet, wartet, wartet…

Bevor es soweit war, auf Entdeckungsreise zu gehen, mussten erst noch ein paar Huerden ueberwunden werden. Das fing gleich am Flughafen an. Unser Boot, die Friendship war angeblich kaputt und musste im Hafen von Puerto Ayora, dem Hauptort der Insel Santa Cruz, repariert werden. Jedoch bekam Isa und ich eine Extrabehandlung, was uns doch sehr verwunderte, weil ja alle Passagiere gleich von den Reparaturmassnahmen betroffen waren. Fuer uns beide stand jedenfalls ein Sondergesandter zur Verfuegung, die uns erklaerte, das wir auf ein anderes Boot muessten. Der wahre Grund, Ueberbuchung, wurde jedoch nie in den Mund genommen. Jedenfalls fuhren wir mit der Person, getrennt von der Gruppe im Taxi nach Puerto Ayora, wo als erstes unser Rueckflug um einen Tag verlaengert wurde. Danach bekamen wir eine Nacht im Hotel bezahlt, und wurden regelmaessig zu den Mahlzeiten abgeholt, die bereits bezahlt waren. Wir befanden uns also in guten Haenden und wunderten uns nur, was wohl aus den anderen Passagieren geworden ist.

Der Extratag in Puerto Ayora war ganz angenehm. So konnten wir den Reisestress der vergangenen Tage erst einmal ohne schwankenden Boden gut ausschlafen und natuerlich die Stadt besichtigen. Wir schlaenderten am Wasser entlang, wobei wir gleich merkten, das dieser Fleck der Welt ein ganz besonderer ist. Zuerst waren wir ganz begeistert, als wir unsere ersten Marin Iguanas, die Wasserechsen, ueber den Steg krauchen sahen. Doch dann wurde es gleich viel unglaublicher, als wir zum Fischmarkt herueberblickten. Dort war naemlich schon Schlange anstehen angesagt. Und weitere Besucher trafen im Minutentakt ein. So kam ein Seeloewe ploetzlich die Treppe aus dem Meer hoch und zeigte nicht gerade die besten Manieren, denn er stellte sich nicht hinten in der Schlange an, sondern stupste die wartenden Gaeste, mehrheitlich braune Pelikane, einfach zur Seite. Wir betrachteten das Spektakel aus unmittelbarer Naehe, als sich ein Blaureiher nur einen Meter neben mir landete. Welch ein Vorgeschmack in solch einer kleinen lebhaften Stadt.

Mit einem Tag Verspaetung waren wir nun endlich an Bord unseres Ersatzbootes, der Free Enterprice, angekommen. An keinem der folgenden 8 Tage an Bord haben wir auch nur eine Sekunde beraeut. Die mitreisenden Gaeste waren alles tolle Leute aus weiten Teilen der Welt. Als wir an Bord kamen, waren bereits einige Passagiere dort, die unseren zweiten Teil der Kreuzfahrt bereits hinter sich hatten. Diese Gaeste verliessen nach unseren ersten 4 Tagen das Boot und neue Leute kamen an Bord. So lernten wir nicht nur eine Menge Tiere, sondern auch viele interessante Menschen kennen, sowie natuerlich die Crew, die in 7 Wochenschichten nonstop an Bord arbeitet.

Zuerst Besichtigten wir Riesenschildkroeten auf Santa Cruz Island, bevor wir am spaeten Abend in Richtung Rabida Island ablegten. In einer ersten nordwestlichen Schleife besichtigten wir verschiedene Besucherstandorte auf Santiago Island, BartolomĂ© und Seymor Norte, bevor wir vor Baltra Island, der Flughafeninsel die neuen Passagiere empfingen. Danach fuhren wir eine suedoestliche Schleife ueber Plaza Island, Santa Fe Island, Espaniola Island und Floreana Island zurueck nach Puerto Ayora. Die See war Glücklicherweise sehr ruhig, was unsere Seekrankheit in Grenzen hielt. Nur bei den laengeren Ueberfahrten von Santa Fe nach Espaniola und Floreana nahmen wir sicherheitshalber die Tabletten.

Das Leben an Bord war sehr relaxed und ein Tagesrythmus sah wie folgt aus; Fruehstueck 7.00 Uhr, erster Landgang 7.45 Uhr, Besichtigung eines Besucherstandortes fuer ca 2 Stunden, Schnorcheln vom Strand und Rückkehr zum Boot. Mittagessen und Zeit zum Entspannen, waehrend das Boot unserer Nachmittagsziel anfaehrt. Der Nachmittag verlaeuft aehnlich, bis es gegen 19.00 Uhr eine kurze Konferenz an Bord gibt, wo der kommende Tag beschrieben wird. Anschliessend Abendessen uns Wuerfeln bis tief in die Nacht. Das Boot legt in der Nacht die laengeren Strecken zwischen den Inseln zurueck, sodass wir uns Morgens, nach dem Aufwachen, immer in einer anderen wunderschoenen Bucht wiederfanden.

Nun will ich einfach eine kleine Auswahl der Bilder sprechen lassen, die unsere 9 Tage im Archipel zum Traum werden liessen…

Ankunft auf Baltra Island, Galapagos

 

 

 


Puerto Ayora, Santa Cruz

 

 

 

 

Wartende Besucher des Fischmarktes

 

 

 

 

Riesenschildkröte, Santa Cruz

 

 

 

 

 Schildkrötenpanzer mit menschlichem Inhalt

 

 

 

 

Meeresechse beim Sonnenbad

 

 

 

 

Ungewöhnliche Blütenpracht; Santa Cruz

 

 

 

 

Überall blüht und grünt es gegen Ende der Regenzeit; Rabida

 

 

 

 

Kontrastreiche Landschaft; Rabida

 

 

 

 

Seelöwenbaby beim Mittagsschlaf; Rabida

 

 

 

 

Krabben bevölkern alle Inseln zu tausenden

 

 

 

 

Meeresechsen sind auch allerorts anzutreffen

 

 

 

 

unsere Yacht ankert häufig in Reichweite und lädt zum Landgang per Freistil ein

 

 

 

Sonnenbranntgefahr beim stundenlangen Schnorcheln

 

 

 

Pinguine nur unweit vom Äquator

 

 

 

 

Blick von BartolomĂ© über die Vulkanlandschaft der größeren Schwesterinsel Santiago

 

 

 

Jungpelikan (5 Monate) sitzt auf Junglava (150 Jahre) vor dem Wahrzeichen Galapagos’, dem Pinnacle Rock 

 

 

 

Fregatvogel bei der Balz; Seymour Norte

 

 

 

Das Schnorcheln mit bis zu 3m langen Haien war ein besonderes Erlebnis, auch wenn uns die berühmten Hammerhaie verborgen blieben.

 

 

Landleguan; Plaza Sur

 

 

 

 

 

 

Landleguane sind größer und bunter als ihre Verwandten im Wasser

 

 

 

 

Blaufußtölpel sind lustige Zeitgenossen; Plaza Sur

 

 

 

 
Seelöwenkolonie blockiert Landgang; Santa Fe

 

 

 

 

Lavaeidechse; Santa Fe

 

 

 

 

Eidechsen können Gliedmaßen verlieren und wieder nachwachsen lassen

 

 

 

 

Auslöser der Evolutionstheorie, der Darwinfink

 

 

 

 

Ein besonders schönes Galapagosexemplar…

 

 

 

 

Meeresechsen und Seelöwen teilen sich den Strand; Espaniola

 

 

 

 

Maskentölpel sind die größten der 3 Tölpelarten auf Galapagos

 

 

 

 

 

Endemische Seemöwenart beim selten zu sehenden Brauttanz

 

 

 

Albatrosse leben für Monate auf hoher See und kommen zur Eiablage nur nach Espaniola

 

 

 

Der Albatros ist mit bis zu 2.50m Flügelspannweite ein wahrer Meister der Lüfte

 

 

 

Pink Flamingos; Floreana

 

 

 

 

 

 

Abschied von Galapagos und den Riesenschildkröten bei der Charles Drawin Station, Puerto Ayora

Peru, Wueste und Wasser

Die Tage werden kuerzer, die Sonne brennt mehr und mehr in meinem Nacken - alles anzeichen das ich mich mehr und mehr nach Sueden in den letzten Wochen vorgeschoben habe. Die Loecher in meinem letzten verbliebenen T-Shirt werden groesser und groesser, so dass ich jetzt ganz punktgezielten Sonnenbrannt am Ruecken habe. Es wird Zeit das Shirt umzudrehen, es wird Zeit nach Peru zu kommen. Somit gingen die letzten Tage in Ecuador vorueber und ich erreichte irgendwann die Grenze. Eine kleine Extrarunde durfte ich allerdings noch drehen, bevor ich Ecuador verlassen wollte. Ich habe doch glatt den Grenzposten, der hier 8km vor der Grenze und vorm letzten Ort liegt, uebersehen. Nun stand ich also an der Grenze und hatte keinen Ausreisestempel. Da half alles nichts und ich schaffte sogar fast noch die 1000km in Ecuador zu knacken. Ein paar Kilometerchen hinter der Grenze gabs ohne Probleme die Einreise nach Peru. Erstaunlich, wie sich in den letzten Jahren die Grenzueberschreitungen in den 2. und 3. Weltlaendern verbessert haben und wie es sich mehr und mehr erschwert, in die 1. Welt einzureisen - durchgeknallten Regierungen und Terroristen sei Dank!

Am Tag meiner Einreise in mein 11 und letztes Land dieser Tour fuhr ich bis zur erst groesseren Stadt im nordwesten. Tumbes und Umgebung waren gruener als ich es aus Buechern gelesen hatte. Eigentlich hatte ich mir vorgestellt, bereits mitten in einer hitzetreibenden Wueste zu sein, aber heftigen Regenfaellen sei dank, war die Landschaft in eine Grassteppe mit Reisfeldern verwandelt. Hinter Tumbes war der Suedliche Stille Ozean erreicht und auch die stark verwitterten Wuestenhuegel. Fuer einen Tag saeumte sich die Panamericana entlang lieblich daliegenden Straenden, die bei relativ angenehmen Temperaturen und strahlen blauem Himmel menschenleer dalagen. Ich passierte so lieblich klingende Oertchen wie Los Organos und strampelte vorbei am Punta Sal. Das graue Asphaltband neigt sich nun langsam aber stetig Land einwaerts, doch es gibt Optionen. So zum Beispiel biege ich ab zum Cabo Blanco, einst eine Szene fuer Hemingways "Der alte Man und das Meer", heute Szene fuer Bohrinseln und Oelpipelines. Ich passierte einige Kontrollpunkte der ansaessigen Oelgesellschaft, wurde aber niemals gehindert, meinen Weg fortzusetzen. Ab und an kam ein staubaufwirbelndes Allradfahrzeug vorbei, was die Techniker und Mechaniker von einer maroden Oelfoerderanlage zur naechsten immer auf trab haelt. Im Gegensatz zu den gesehenen kolumbianischen Oelfoerderanlagen war das hier ein Witz! Ich kaempfte mich durch Treibsandfelder und dachte mir, es mit dem nahen Strand mal zu versuchen. Doch das fortkommen dort war ein richtiges Desaster. Ich war umzingelt von tausenden von Krabben, die wie Ballerinas leichtfuessig auf dem Sand vor mir auswichen, als wuerden sie dabei kichern, wie das schwerbepackte Monster sich stapfend durch den Sand plagt. Zurueck auf meiner Sandpiste quaelte ich mich mit metertiefen Auswaschungen, die die Piste ab und an durchschnitten. Nach einigen Stunden stand fest, ich wuss mich noch einmal an die Panamericana hangeln, bevor ich die Wuestenstadt Talara erreichen wuerde.

   Auf abgelegenen Wegen zur Oasenstadt Talara

Eine Nacht trennte mich nur noch vom westlichsten Festlandspunkt Suedamerikas. Diese Nacht wollte ich campenderweise unweit von einigen Fernmeldesendemasten verbringen. Ein Armeestuetzpunkt war auch nicht weit. Ich wuerde also in besten Handen aufgehoben sein, dachte ich. Die Sendemasten werden Stunden bewacht. Der Wachmann der sich es gerade gemuetlich fuer seine Nachtschicht machen wollte, sah mich und wusste gleich mal ausspionieren, was da im Busch abgeht. Nach einigem hin und her wollte er mich letztlich vertreiben, doch mein Zelt stand schon und die Muecken fingen an, mich zu unortodoxen Bewegungen zu treiben. Da dachte dich der Wachmann vielleicht, es ist Zeit sein Flinte zu holen. Wieder zurueck gab er mir noch eine Warnung und lad in Cowboymanier durch um seine Entscheidung mich zu vertreiben, zu unterstreichen. Ich dachte, das ist doch jetzt ein Witz oder? Mitten in der Wueste mir den Platz fuer mein Zelt zu verwaehren, was nach  Stunden sowieso wieder verschwunden ist. Ich fragte ihn, ob er mich jetzt erschiessen muesse, weil ich jetzt naemlich ins Bett gehe und mich hier nach meinem harten Tag auf gar keine Diskusion mehr einlassen wollte. So habe ich als Abschiedsgruss noch gesagt, er sollte mir die Polizei und seinen Vorgsetzten herschicken. Das ist natuerlich eine bescheidene Situation fuer den Wachmann, mich jetzt einfach umzuknallen, nur weil ich schlafen gehen wuerde, was sicher kein direkter Angriff auf seinen Sendemasten darstellt, oder mal ein bisschen runterzurudern und die Wumme zu entladen. Fuer diese Sekunden schoss mein adrenalinpegel ziemlich in die hoehe, denn innerlich hoffte ich natuerlich, er wuerde die richtige Entscheidung treffen und nicht das ballern anfangen. Ich sollte recht behalten, denn er sagte ploetzlich, ich koenne bleiben, aber ich waere unter Zeltarrest. Dieser Arrest wurde nun stuendlich die gesamte Nacht durch kontrolliert, dadurch war an einen erholsamen schlaf schon gar nicht zu denken. Gluecklicherweise ging auch diese Nacht vorueber und ich wagte erste behutsame Schritte aus dem Zelt, als das Morgengrauen einsetzte, um meine drueckende Blase zu entleeren.

Hinter dem Punta de Balcones, dem westlichsten Punkt ging’s wieder auf wildwest Piplinepiste weiter, bis ich im Sand stecken blieb. Ueber die einzelnen Servicestressen zu den Oelbrunnen schlaengelte ich mich im Zickzack nach dem Motto, zwei Schritt vor ein zurueck, nach Sueden. Bei Miramar erreichte ich ein gruenes Flusstal mit Reisfeldern und schattenspendenden Mangobaeumen. Wunderschoen, dieser Kontreast zwischen den karst schimmernden erodierten Talhaengen und dem saftigen gruen mit seinen Bewaesserungskanaelen. Spaeter landete ich wieder in der Wueste und suchte mir eine weitere Strecke abseits der Panamericana. Diese sollte mich am suedichen Ende der Sechura Bucht nach anderthalb Tagen in einer Sackgasse stecken lassen. Gluecklicherweise musste ich nur 5km vor der entgueltigen Sackgasse mit treten aufhoeren, weil mich ein vorbeifahrendes Auto anhielt, um mir mitzuteilen - die Wueste ist abgesoffen. Abgesoffen? Das war wohl das letzte womit ich hier im trostlosen Nichts gerechnet haette. Durch die anhaltend schweren Regenfaelle an den Westhaengen der Anden druecken dich nun riesige Wassermassen ins Flachland und um die Sandduenen. Dadurch kommt es zu unterspuehlungen die auf einem Abschnitt von ca. 300m die Strasse weggespuehlt hatten. Das Wasser schiesst nun mit einer enormen Stroemung bei 2m Wassertiefe entlang, wo sich einst eine Strasse befand. Wir sind hier in Peru, da kommt sowas schon mal vor. Und vorallem kommt sowas auch schon einmal vor 6 Monaten vor, wobei es innerhalb eines halben Jahres nicht jemand noetig haette, den Strassendamm wieder aufzuschuetten, sondern noch nicht einmal ein Hinweisschild an den jeweiligen Strassenkreuzungen aufzustelen, das diese Strecke unpassierbar sei. Die Autofahrer waren allerdings die von der netten Seite. Die brachten mich doch glatt in gut Stunden Autofahrt auf die andere Seite - schlappe 200km Umweg.

  Freundliche Menschen fahren mich 200km ums Wuestenwasser; kurz darauf passiere ich meinen 10.000sten Tourenkilometer

Nun war es Zeit fuer die erste Besichtigung, einer praekolumbianischen Kultur. Von diesen Kulturen scheint Peru wirklich gut gefuellt zu sein und es gibt Ausgrabungsstaetten quer ueber dieses riesige Land verteilt. Was ich sagen will, es gibt unendlich mehr als nur die Weltbekannte Inkastadt Machu Picchu zu sehen. So zum Beispiel den Señor von Sipan, fuer dessen groessten jemals in Suedamerika ausgebuddelten Goldschatz eigens ein ganzes Musaum in Lambayeque geschaffen wurde. Sehr beeindruckend fuer mich, und fuer jeden Goldschmied, der sich dieses Museum anschaut, sicherlich umhauend, wie praeziese hier feinster Goldschmuck produziert wurde.

   Am Ortseingang von Lambayeque, zu Besuch beim Señor von Sipan

Trujillo kam immer naeher und ich musste doch noch ein letztes Abenteuer einbauen. Eine 3- tages Tour sozusagen. Einmal schnell in die Berge, auf knapp 3000m schlafen und wieder zurueck in die Wueste. Ja, das spiegelt das erlebte sicher nicht ganz wieder, doch dazu werde ich mich spaeter auslassen, sowie ueber die Casa de Ciclistas von Lucho sprechen und natuerlich wie meine erste Begegnung mit Isa in diesem Jahr verlaufen ist. Doch jetzt muss ich erst einmal ganz schnell den Computer verlassen, um in Richtung Galapagos abzuduesen. Auch davon wird es in ca.10 Tagen sicher eine Menge zu schreiben geben.

    Auf 3-Tages Tour in die peruanischen Anden…

    ….wo sind die Wueste sehr schnell verabschiedet und sich eine einzigartige Flora und Fauna ausbreitet

along the peruvian southern pacific

Border cities are always weird. Cities in latin america in general are hard to read, in terms of directions. Keep always a good amount of orientation, mix it with the answer of people you ask and everything is gonna be fine. But if you’re heading for a border crossing, never forget to ask in advance where to find the immigration office. Well, it hasn’t been really often on that trip to search for the immigration office and their normally not far from border crossings. It’s a little different in the case of Huaquillas crossing. I came in the main street and as it happens sometimes, you’re ending up in a crowd of people, squeezing through narrow channels of market stalls, coverd with all kinds of tarp and plastic for sun protection way too low. I don’t enjoy that mix of market and bike, espacially if I don’t want to buy anything and just need to plow my way to the border. There is light coming on the end of the market tunnel, I see a sign "International Bridge" and Bienvenidos a Peru. Not too bad, I thought, but where is the ecuadorian guy who prints me my exit in the passport? Back in Ecuador, over the bridge, I found a uniformed guy and he said immigration is 8km inland. Thank you Ecuador, for not having a sign made for stupid tourists. Well, I made my way back and forth and almost managed it to ride 1000km in Ecuador.

     no immigration at the border, but many money changers who offer false money; back at the pacific in Peru - people drink Inca Cola, which is Coca Cola own brand but yellow

I rode that day with a good breeze of head wind until Tumbes, the biggest city in Peru’s north west. And, by the way, I carry the head wind until today, what adjusts my daily average speed by around 14km/h. I changed the ecuadorian banana plantations for shiny green rice fields. The blue sky was lined with hundreds of fregate birds, my first sign of the sea. The wind is freshen up and the surf of the ocean comes in reach. That was the first day, I saw back the pacific, since I left Panama city. It’s still the same waters, but the sea feels different down here. I remember, how bone crushing the heat in central america was. But right here, the Humboldt streem keeps the water cooler and offers a fresh breeze. The towns I rode through, have a lot of tourist infrastructure, but no one to see. And all the development looks more like being under permanent hibernation. Only Mancora showed a different beat. Is it, because in my map is written "famous beach"?!

I changed rice fields for desert, sometimes more sandy or rocky and now with many oil pumps. The Panamericana takes it’s way a few sand dunes further inland, but I wanted to ride in the first row. I went down to Cabo Blanco, that’s where the world seems on an end. In fact, I was past latitude 81 degree west and close to the most western point of south america. My road option along oil pipe lines ended soon in quicksand. I tried the beach but it was more torturous. High tide didn’t leave me any room of riding on packed sand. I pushed for a while and noticed, it was senseless what I was doing, because the next city was may be 40km away. I went back on the pipe line track, but had to look for the Panamericana the last few miles to Talara. I camped nearby some telecommunication towers. The night guard for one of these towers watched me setting up my camp from 200m away. Of course, the security guy needed to come by to chat. Camping?! His first answer was all right and he left. Talking on the radio to his boss, he changed his mind and said, I should pack up. I wasn’t in the mood for those kind of games after an exhausting day. The guard kept on showing me all kinds of faces now. He went pack to the tower and came back with his shotgun. The sun went down and the bugs came out what felt like being in Labrador in spring time. This guy was so on his NO-trip, I would normally say, it’s not worth discussing anything with him. He’s gone to the tower again and I’m curious with what he comes up next. Yeah - the bullet proof vest! I totally forgot and I had a steel helmet closer in mind. I made him clear, I won’t move tonight. He answers with charging the weapon - I couldn’t believe. I’m somewhere in the middle of a desert, occupy 2 square meter sandy ground and this guy is gun pointing me. You wanna kill me or what, and that’s when I stopped being nice and try to speek spanish. I told him I want to see his boss or/and the cops here - right now! He left frustrated, came back and told me, I could stay, but I wasn’t allowed to leave the tent. He started now terrorizing me all night long. He came up every single hour, lighted out my tent, gave me ten questions - if everything was alright. After coming up to my tent by about 20 times the last 12 hours, the day arrived - oh my goodness! The last thing he said, before his night shift went over, we need to change anything, because we’re good friends now and that’s what friends do. Fortunatly right at that moment, the crew change bus arrived and he had to go - bye bye my friend! I actually had fear all night long, that he would steel anything.

     rough riding through oil fields near Cabo Blanco and remember, steep, steeper as,….hopefully enough grip

I finally passed "Punta de Balcones" the most western landpoint of south america. I found more pipline road and asked this time, if that way really brings me south to Miramar. The latino answers are always the same: "Si, Si - directo!" Yes, direct into no nothing after 5km! It’s more frustrating asking someone, than just go for it. Within a crazy zig-zag course for 15km through oilfields and on their service roads, I ended up on the right way, just before giving up. I arrived in Miramar at the mouth of Rio Chira. All this settlements I passed don’t see so much gringos. A common response of my friendly greating was being kept in a frozen position, with open mouth where any word was stuck in the throat. Is it an alien from another planet, or what?!

     on lonely tracks to south americas west end

The Panamericana cuts of the whole section and leads direct to Sullana. I rode through a beautiful river valley seamed by green fields and their artificial water canal system. Sometimes I just rode on the canal dam, as the locals do with their horses, donkeys, bikes and, of course, their 3-wheel mototaxis. Those mototaxis are like ants. There spread anywhere I go. It’s enjoyable to watch them in the coutry side, but it’s horrible to share the roads with them in urban territory. They’re just like an bee-hive. I passed a couple more cities before a more then 200km strech of plains and desert lies south. I checked the map again and found another road, less direct, but for parts following the ocean at Sechura bay.

    slow and fast living is in Peru just a doorstep away

One and half day of riding, a car stopped and asked me were the hell I was heading to. I showed it on the map. The guy took a pen and drew a huge lake just filling half of the desert. He said - El Niño! The desert is flooded and the road washed away. I was screwd, but the three guys were so lovely to drive me about 200km around the flooded area. How nice was that! One of the guys, Hugo, he was a road building engineer and may be he was shy to show me how disastrous poor some roads were. Anyways, engineers help each other he said and left.

    sand dunes warning but water flooding

Just a little more to come untli Trujillo. For example the "Señor de Sipan". It was in the late 80’s, when some archeologist found the biggest gold treasure ever dug out in south america. It was the tomb of Sipan and 14 others. In Lambayeque is now a super well done museum and much of the gold jewellery to see. It’s terrific, how the Mochica culture 1500 years ago could made such gold fine arts.

Trujillo came too fast to close and I wanted to take another exhausting adventure trip into the mountains. I rode within 3 days above 3000m on rugged mountain roads, slept one last night in thin air and went back down into the desert again. This mountain excursion went so quick, it felt like a movie fast rewinded of all the moutains I’ve ridden in Colombia and Ecuador. And on it’s beginning, I was back in Mocoa facing the green mountain wall of the Andes the first time. The only difference between there and the strech here, between Chilete and Cascas was the semidry landscape and no traffic at all - well, two cars in 6 hours. My second back tire didn’t like this side trip much and a big bubble was building up. Back at the sea in Huanchaco, just 10km before Trujillo and a can see the innertube coming through. It’s possible, everything comes to an end on the last day of riding with a big blast.

     a last time back into the mountains, when I saw the Trujillo sign

Keep up, keep up - my good dear friend! That’s how I pet my bike now. You’ve done a great job and sometimes by night, I cook my meal in front of the tent, watch my bike and just think, unbelievable by all that pain I sent you through, you never cracked down. Just a stiff neck on the last couple of kilometers, but it’s fine, I give you an extra amount of good grease for you bearing neck (head set) ones we get back to Montreal.

Ecuador road map

I reached Peru 2nd of April after 9474km. 990km were done in Ecuador…

snowcaped mountains of Ecuador

I arrived in Ecuador the day before spring arrives. But, so far for this winter, I’ve seen first time snow. It’s still hight up though, but I’m coming closer…

 arrived in Ecuador

After all that border time wasting for immigration, I didn’t have time left to do much the first day. I went to San Gabriel, the second town in the northern province. I had to go up for 20km, even though I was already almost 3000m up. Well, it helps for my condition, because the Panamericana through the Andes is a permanent up and down. I spent a week always being between 2500 - 3000m. In between, huge cañons, with high speed up to 80km/h down and low speed of 7km/h up. The runs are always about 20 - 40km long.

 cañon before Ibarra splits my way

My first town of interest was Otavalo. The Otavalo indigenous people made their town to a real tourist attraction, because of their colorful waving products. The biggest market of Ecuador takes place every Saturday right here. So, I arrived Friday right on time to check this out. There was lots of action this weekend anyways, because of easter. A big Friday Easter celebration was held at Otavalos streets. Thousends of people lined the streets and watched the parade.

     church at Easter Friday and central square of Otavalo

I got up early the next day for the market. I didn’t want to get jamed in between all the tourist who arrive with busses from Quito just before noon. So, 7 o’clock was a good morning hour to wander around. I could have spend a fair amount of money for some products, but carrying by bike - no way.

       at the fruit market and…

       …the textile one

Instead, I rode towards the equator and was happy to reach this destination by bike ones in my live. The sun will shine in my back from now on. Well, right now it’s more likely the top. But it doesn’t burn too bad, because of my elevation and the cloudy sky. Through the next cañon and ones more up of about 2900m and I reached Quito, the capital. The city is located on the eastern flank of some volcanos in a high valley. It’s perfect for all the smog which can’t escape like Mexico city. Two entire days in the city was fine to me to get an overfew. But the best overfew, going up to 4000m with a cable car, I missed.

                         8686km until the equator and just a few more ’til Quito

Further I rode through the heartland of the "Avenida de los Volcanes", with giants like Antisana (5758m), Cotopaxi (5897m), Tungurahua (5023m), Altar (5319m) to my left and Corazon (4788m), Iliniza (5263m), Carihuairazo (5020m) and last but not least the 20703ft/6310m monster Chimborazo. And this list shows just a few of those giants who strech along the 200km from Quito towards Riobamba in the south. I rode over passes up to 3600m, but it was easy, because the ascending slope was always moderate. And the downhills were amazing on smooth pavement with wide shoulders.

         beautiful landscape above 3000m, just the volcanos aren’t to see

I got to Riobamba after two days. The vulcanos were mostly covered by clouds, but sometimes, even short, I could see the summits. Especially Tungurahua had a nice look throughout the streets of Riobamba. This volcano is the smogmaster of the region, a super active guy, this 5000m giant! I had to do a job in Riobamba. I needed to find some climbing equipment and a mountain guide plus a little more acclimatization, because Riobamba is with just below 3000m not high enough for me. This Chimborazo volcano with it’s 20703 feet hit me and I wanted to know if I could climb in such hights. I found a good climbing shop with gear and guide and left after one night in town for bigger hights. The shop suggested me, riding up to Casa Condor, at the small mountain village of San Pablo (3840m). There is a bunch of hikes available, I could go on, if I’ve got the power after riding 1000m in elevation. I was there by 2.30 and at 3pm on the trail to some woods in 4300m hight. I went on such nice paramo hike, I felt like being in Sweden. Just the snow was missing and I could have done a nice fjeld ski tour. But the scandinavian fjelt is just 1000m hight, here, close to the equator, you gotta go at least up to 4500m for snow.

   San Pablo, a high montain village at the base of Chimborazo…

       …where woman take care of keeping sheep and lama

That was my plan and I got picked up by by mountain guide the next morning. We drove by car a high as possible, to the second last hut at 4850m. Another short walk brought us up to the ultimate last hut at 5000m, just below the rock and ice massive of Chimborazo. We slept here by freshly 0 degrees. I couldn’t sleep, not so much because of cold, more likely because of high altitude and excitement! I waited in bed 4 hours and got up 11pm to get ready for the midnight climb. There were 4 other groups beside me and my guide. I tought a last time about all the grave rocks I saw yesterday and kept on walking very slow behind my guide. The night was super beautiful, no wind, not too cold and the stars were out. We had to take an advenced trail, because of avalanche danger. That was the best part and I loved to use the ice axe for real and being totally secured on rope and harness. The difficult part tooks 2 hours, 3 hours since the hut. I could see some lights at the hut, so much further down. I asked for our hight. Raul, my guide, said 5400m. Damn it, just 400m done, I thought we were much higher. We left two other groups behind us and their head lamp lights got smaller and smaller. Out of two groups who went the danger avalanche route, only one got up the ridge just before up. All other groups turned around earlier or later. As we went, I needed more and more breaks. My pulse beat seemed to go out of controll. I stopped, took some deep breaths, but after ten or so steps, same thing happens. Men, it’s a different world I experianced in such extreme hights. The moon came up and gave us more light. I could just sink into the snow and enjoy the scene…, but Raul, he pulled the rope and reminded me on my mission. The last 1000 feet were totally exhausting. I couldn’t believe, how possible to put one foot ahead the other. It was 6.30am and Raul said, it’s not far anymore. Shortly after, the ascent slope decreased and I thought we were up. But nothing to see of those two others who were ahead of us. Raul asked me if I were alright. I gave him a thumb up, too weak to speak much. And now I saw, it wasn’t the top, we had to go down a bit to get up the the very end. For moments I thought, what ever, but my good guide pulled on the rope again and brought me up. It was exactly 6.51am. Exactly 9000km riding, 6 hours and 51 minutes climbing to the highest pleasure in my live and, of course, of the entire bike trip since I left Mexico. Some other facts; with it’s 20703ft., I was on top of the most furthest place on earth you can get, if you take the center of earth as a measure, not the sea level. So, Chimborazo is not just some mountain, it’s a mountain who brought me on the edge of my human power and showed me how far my condition reaches.

     on the way and on top of Chimborazo (20703ft.)

We sat there for 20 min. I got back up on my legs, puked and went down for two hours. It was time to drop all the nice warm gear and say good bye to Raul. The 4 degrees back at the hut went on my bones and I decided riding my bike down the paramo to some warmer regions. So, I quit the street of the volcanos and went down towards the western side 4000m in elevation, since the top.

   just a few hours after the top…

The last days and kilometers to Peru were going through flat lands. It feels good, just flat, no rollercoasters anymore. And the landscape wasn’t boring either. Half of the way towards Peru was flooded and rice fields were everywhere. Interesting I thought were the towns, build sometimes entirely on stilts. So, I didn’t have to think were to put my tent. There wasn’t any place and I stayed in Hotels. The other half of the way until Peru were fields or plantations of starting with sugar cane, fading to cacao and turning into banana. I rode for about 150km just through banana plantations. I swear, I’ve never seen and ate so much bananas in my live. Normally it’s difficult to find ripe bananas, because they always get harvested green. But sometimes the plant collapse under the weight of their own fruits and has time to ripe on the ground and gives me 40 nice bananas in one shot. Good appetite!

       in tropical heat, between rice fields and banana farms

Auf, in die Hoehen Ecuadors

Ecuador, das Land am Aequator, da denkt man sicher automatisch an tropische Hitze mit allem was dazu gehoert. Und hiermit kann ich am 11. Tag in Ecuador auch endlich dieses bestaetigen. Allerdings habe ich mich zuvor erst einmal anderthalb Wochen in das ecuadorianische Andenhochland begeben, in dem ich ja praktisch mit einer Hoehe um die 3000m seit der kolumbianischen Grenze schon war.

Am 20.03.2008 radelte ich also bei fruehlingshaften Temperaturen nach knapp 8500km im 10. Land meiner Radtour ein. Selbst das 4-stuendige Warten fuer die Grenzabfertigung gab mir kein Abflauen der guten Laune. Nach kurzem kraeftigem Anstieg erreichte ich auch gleich Tulcan, die erste Stadt auf ecuadorianischer Seite. Neugierig schaute ich in die ersten Laeden, welche neuen Schlemmereien dieses Land fuer mich bereit haelt. Die Baeckerei ist dafuer immer der richtige Anlaufpunkt emoticon

Ein bisschen Zeit verblieb noch am heutigen Tag, sodass ich gleich einen weiteren maechtigen Anstieg von 20km Laenge auf mich nehmen konnte, um danach wie im Sausewind mit bis zu 80km/h nach San Gabriel einrollen konnte. Den Aequator am Fruehlingsanfang um 12 Uhr Mittags zu besuchen, hatte ich mir nicht zuletzt durch die Verzoegerungen an der Grenze bereits abgeschrieben. So rollte ich weiter tief in das Tal des Chotaflusses hinein. Hier wurde meinem Gedanken von der ecuadorianischen Anden Bevoelkerung, den Indianern mit ihren Panamahueten und Ponchos, mit wachendem Auge auf ihre Lamas, ein kraeftiger Schock versetzt. Ich rollte in Schwarzafrika ein, so kam es mir zumindest vor. Doch alle schwarzen sprachen spanisch?! Ja, es sind die Nachkommen der ehemaligen Sklaven, die afroecuadorianer, die sich hauptsaechlich in diesem Tal niedergelassen haben. Ein ecuadorianer sagte einmal zu mir, auf meiner Herkunft als Europaeer, da gibt es doch viele die Denken, Ecuador liegt in Afrika, weil die Fussball Nationalmannschaft nur aus farbigen besteht. Ich musste ganz schoen schmunzeln…

Nach dem Taleinschnitt durfte ich gleich wieder maechtig in die Pedalen treten, um mich 1000m, oder ein Stockwerk hoeher in die Anden, nach Otavalo, zu begeben. Es was Karfreitag und ganz schoen was los hier. Normalerweise geht der Trubel hier jeden Samstag ab. Das ist, wenn der bei Touristen beliebte und bekannte Markttag statt findet. Die in der Gegend wohnenden Otavalo-Indianer sind bekannt fuer ihre orginellen und vielfaeltigen Webarbeiten. Somit hatte ich auch gleich zwei Dinge auf einen Schlag zu begutachten. Zum einen die Osterprozesion, dessen tausende Menschen am Freitag Abend in den Strassen verfolgten. Zum anderen den Markttag, den ich um 7 Uhr in der fruehe besuchte, um den zu Scharen einfliegenden Touristenstroemen am spaeten Vormittag aus dem Weg zu gehen.

     Otavalo Indianerinnen auf dem Weg zum Markt

Nach Otavalo geht es weiter Bergauf und gleich rueber, ins naechste Andenhochtal, wo schon der Aequator auf mich wartete. Endlich war es also geschafft, und ein vielgehekter Traum ging in Erfuellung. Ich radelte nach 8686km ueber den Aequator. Und ob ich jetzt einen Tag frueher hier gewesen ware oder nicht, wegen dem Mittagssonnenstand, das haette keine Rolle gespielt, denn es war sowieso bedeckt. Dadurch hatte ich auch keinen Blick zu dem maechtigen Cayambe Vulkan, der mit 5790m nicht nur die dritthoechste Erhebung Ecuadors, sondern der hoechste Berg auf der Aequatorlinie ueberhaupt ist. So rauscht ich also in die suedlichen Gefilden unserer Erde, bzw. auf die suedliche Erdhalbkugel ein.

am Aequator

Nun war Quito, die Hauptstadt bereits zum greifen nah, wenn da nicht wieder so ein maechtiger Einschnitt in Form von einer Schlucht waere. Mal eben 1000m runter und drueben wieder hoch, bis ich die ersten Haeuser Quitos bereits ueber die Flanken des 2900m Hochtals ueberquellen sah. Die Badewanne Quito scheint vollgebaut zu sein und nun laeuft sie halt an ihrem Ostrand ueber, so kam mir das vor. An der Westseite verhindert das naemlich die ueber 4600m Hohen Pichincha Vulkane. In Quitos Innenstadt fahren jetzt O-Busse, so wie man das einst von Weimar kannte. Hier als super Erungenschaft gepriesen und als Metro bezeichnet, hat das Quito ein wenig Luft zum Atmen in die Innenstadt zurueck verschafft. Allerdings ist mir der Atem jenseits dieser O-Bus Linie durch das Ausbladen der Dieselrussabgase sosehr stecken geblieben, wie auf der gesamten Reise noch nicht. Wenn die Leute in Deutschland gegen Feinstaub durch Autoabgase wettern, dann fuehlst du dich hier in Quito wie nach der Sprengung in einer Kohlegrube. Die Stadt hat aber, wie schon erwaehnt, gerade in der Innenstadt eine ganz feine Altstadt zu bieten. Hier bezog ich fuer 2 Naechte Quartier, haette die zweite Nacht allerdings nicht gleich bezahlen sollen, weil ich in einem schaebigen Loch unterkam, wo ich mir noch nicht einmal traute die Dusche zu benutzen - und das soll bei meinem durchschnittlichem Hygienestand schon was heissen! Vom im Bett schlafen mal ganz abgesehen… Die dritte Nacht in Quito verbrachte ich dann im "modernen" Zentrum. Zwei Dinge standen fuer mich ganz oben auf der Prioritaetenliste fuer Ecuador. Zum einen die Besteigung einen der Schneebedeckten Vulkane, wenn moeglich den Chimborazo, mit 6310m dem hoechsten. Zum anderen der Besuch der Galapagos-Inseln, eine allseits bekannte Inselgruppe die ploetzlich zum Greifen vor mir lag. Nun verbrachte ich also den letzten Tag in Quito nicht mehr mit der Besichtigung der Stadt, sondern mit dem Durchforsten der Reisebueros, um meine Moeglichkeiten fuer die beiden Unternehmen abzustecken. Am Ende des Tages konnte ich zumindest schon einmal ein Bingo verzeichnen, denn es geht am 18.04. fuer 8 Tage auf die Galapagos Inseln zu einer Kreuzfahrt. Zum Glueck konnte ich das von mir zuvor gesetzte Budget halten, in dessen Rahmen die Besichtigung des Inselarchipels erst moeglich wird. Die zweite Sache, die Besteigung eines Vulkans in 5000 - 6000m Hoehenlagen konnte ich hier noch kein Zugestaendnis geben, weil meine Hoehenakklimatisierung noch nicht soweit vorangeschritten war, um den saftigen Kosten eines Bergfuehrers gerecht zu werden. Somit wollte ich vorher noch einige andere Paesse auf der von Humboldt bezeichneten "Strasse der Vulkane" schlucken.

  Umweltfreuntliche Busse sorgen dafuer, dass das Eis in Quito’s Innenstadt wieder schmeckt

So verliess ich dann Quito mit der Vorfreude auf die Galapagos Inseln im Bauch und radelte auf den Cotopaxi, die Nummer zwei Ecuadors, zu. Hier hatte ich fuer 5 min das Glueck, dessen Schneekappe zu sehen, bevor er sich wieder in den Wolken versteckte. Auf gleicher Hoehe mit dem Vulkan, der uebrigens mit 5897m der hoechste noch aktive Vulkan der Erde ist, erreichte ich mal wieder einen neuen persoenlichen Hoehenrekord mit 3525m. Damit rueckt der "Cerro de la Muerte" von Costa Rica etwas in den Hintergrund, um eine Erkenntnis weiter in den Vordergrund zu schieben, dass naemlich der Cerro de la Muerte nicht der hoechste Strassenpunkt der Panamericana zwischen Alaska und Feuerland war. Das auch dieser 3525m Pass nicht das non plus ultra ist, merkte ich auch gleich am naechsten Tag. Natuerlich gings erst mal wieder mit 1000m kraeftig bergab, sozusagen Luftholen fuer den Anstieg auf ca. 3600m. Hier war ich nun auf gleicher Hoehe mit dem Chimborazo, der sich aber fuer den Moment ebenso sie all die anderen Vulkane meistens ueber einer Woklendenke versteckt. Aber sein mit 5020m hoher Nachbar, der Carihuairazo, zeigte sich fuer Sekunden. Im Tiefflug rollte ich in Riobamba ein, einem Ort, der sich zum Mekka fuer Bergsteiger, Trekker und MTB’ler entwickelt hat. Hier sollte ich eine Agentur finden, die mir eine Besteigung des 6310m Chimborazo-Riesen ermoeglichen sollte. Bei solch einem Unterfangen in gewaltige Hoehen liegt das Risiko des nicht erreichens bei 60%. Davon fallen nur 20% auf schlechte Wetterverhaeltnisse zu buche, der Rest der Umkehrer muss sich damit zufrieden geben, an das maximum seiner Leistungsgrenze und darueber gegangen zu sein, den Gipfel vor sich liegend dennoch den Ruecken zu kehren. Wohin sollte ich gehoeren? Das stand in diesem Moment noch weit in den Sternen geschrieben, zumal ich ja nur einige Stunden mit der erreichten Hoehe von 3600m einen neuen persoenlichen Hoehenrekord verzeichnete.

    ecuadors Vulkane verstecken sich zu dieser Jahreszeit gerne hinter dicken Wolken, und blinzeln doch manchmal durch…

Die Frau in der Agentur gab mir den Ratschlag noch einen weiteren Tag mit der Besteigung zu warten, um in San Pablo, einem Dorf auf 3850m, nahe des Vulkans zu schlafen. Dort gaebe es auch Wanderwege, um auf umligende 4000′er zu steigen. Also radelte ich am naechsten Tag gleich die 37km hoch nach San Pablo, um am Nachmittag noch auf 4300m zu kraxeln. Damit hoffte ich, physisch und mental soweit vorbereitet zu sein, um einen Gipfelsturm zu wagen. Der sollte allerdings noch einen weiteren Tag aus sich warten lassen. Zuvor holten mich erst einmal Raul, mein Bergfuehrer, mit ca. 200 Chimborazo Besteigungen, ein erfahrener Man, und desse Chauffeur, ab. Wir fuhren zum letzten Strassenpunkt am Vulkan auf 4850m. Von hier marschierten wir Zur letzten Schutzhuette auf 5000m, wo wir bis Mitternacht verweilten bzw. schliefen. Der Wecker klingelte bereits 23.00 Uhr. 4 Stunden hatte ich zu diesem Zeitpunkt im Bett gelegen. Ich war so aufgeregt wie ein kleines Kind vor Weihnachten, sodass an schlafen nicht zu denken war. Ausserdem ist auf 5000m die Luft bereits schon maechtig duenn, was mich von einer normalen Atmung abhielt und auf die "dreimal Atmen und einmal tief Luftholen Technik" umsteigen liess. Zum Glueck hatte ich keinerlei Kopf- bzw. Wadenschmerzen, Symptome der Hoehenkrankheit. Die Berghuette hatte sich im Laufe des Abends gut gefuellt. Da waren unter anderem ein Schotte, der bereits auf saemtlichen Gipfels dieser Erde zu gange war, wie es schien. Ein Rumaene, der noch vor 2 Tagen zusammen mit dem Schotten den Cotopaxi bestiegen hatte, eine Spanierin und um Mitternacht noch so manch andere. So zogen die 5 Gruppen mit deren Bergfuehrern gegen Mitternacht, am Tagesbeginn des 29.03.2008 zum Gipfelsturm los. Noch einmal gingen mir die Grabsteine der verunglueckten Bergsteiger respekteinfloessend durch den Kopf, bevor ich die Steigeisen unter die Schuhe schnallte, den Klettergurt fest zurrte und mit Eispickel in der Hand, bewaffnet hinter Raul daher trottete.

  Blick von meinem Quartier in 3840m zum fast Wolkenfreien Gipfel des 6310m Chimborazo, sowie die zur Hoehenakklimatisierung dienende Paramo Wanderung auf 4000m Hoehe

Wir gingen im Schneckentempo, dabei war es noch falch. Spaeter sollte ich feststellen, das dieses Schneckentempo mir wie ein 100m Sprint vorkommen sollte. Doch fuer jetzt war das ein angenehmer Spaziergang, der mich noch nicht einmal ins Schwitzen brachte. Nach kapp einer Stunde gelangten 3 Gruppen zu einem Punkt, wo die Bergfuehrer unterhalten eine Entscheidung trafen, und wegen eines Lavinenganges von der Hauptroute auf eine anspruchsvollere Route umschwenkten. Nun ging es teilweise so richtig steil ueber Felsvorspruenge im Eis, wo der Eispickel nicht mehr als Spazierstock wirkte, sondern einen Aufstieg erst ermoeglichte. Die Nacht war Sternenklar und der Halbmond lauerte bereits hinter der oestlichen Bergflanke. Ein atemberaubendes Panorama lag vor meinen Augen, mit dem dazuhehoerigen Schub Adrinalin in meinen Adern gelangten wir auf 5400m auf einen Grat. Nun sahen wir, dass weiter rechts von uns 2 andere Gruppen mit ihren Stirnlampen am Aufstieg waren. In der naechsten Stunde sollten die Lichter der auf der unserigen Seite Aufsteigenden Gruppen immer kleiner werden, um bald umzukehren. Mit ging es jedoch noch prima, ausser dass Raul meinte, wir waeren erst auf 5500m, dabei dachte ich schon, wir waeren mindestens ueber den Gipfel des Himalaja aufgestiegen. Nun lag eine Gruppe von der rechten Seite direkt vor uns, die sich langsam absetzte, weil ich in der Todeszone das ungute Gefuehl hatte, erst einmal einen Toilettengang einschieben zu muessen. Ganz gleichmaessig Steil zieht sich der Chimborazo nun in die Hoehe. Soweit wie ich auch schauen konnte, am Horizont waren immer nur Schnee und Eis und keine allmaeliches Abflauen der Kruemmung zu sehen. Die Schritte wurden schwerer und schwerer. Der Puls schnellte in die Hoehe, bei jedem Schritt mindestens 10 Schlaege pro Minute. Doch manchmal war ich froh, und das gab mir auftrieb, wenn nicht ich hinten am Seil zog und nach einer Pause heuchelte, sondern Raul zum durchatmen stehen blieb was sich fuer mich bei einem lockern des Seils zeigte. Nun naeherten wir uns der 6000′er Marke. Ich hatte aber schon vor Stunden aufgehoert nach der Hoehe zu fragen, weil das eher einen frustrierenden Effekt auf mich auswirkte. Die 6000m wirkten sich allerdings hinsichtlich meiner Kondition extrem negativ aus. Von nun an tat jeder Schritt weh, wie der eines 80- jaehrigen der vor Altersschwaeche aus dem Rollstuhl kaempfend den Weg zur Toilette sucht. 10 Schritte laufen undeine Puls haben, der voermlich explodiert, das sind neue Erkenntnisse fuer mich!

  Die Whymer Huette in 5000m ist Ausgangspunkt fuer die Besteigung des im Hintergrund liegenden Gipfels, bei dem in 6000m Hoehe die Luft exterem duenn zum Atmen wird.

Die Nacht verzog sich stillschweigend und das erste Tageslicht rueckte naeher. Es ging auf 6 Uhr zu, 6 Uhr, das hiess mindestens 2 Stunden extremer Quaelerei lagen hinter mir und eine weitere musste folgen, sollte ich den Gipfel erreichen. Wie im Delirium stapfte ich weiter, nur um auf die Frage von Raul nach meinem Zustand einen Daumen nach oben zu zeigen. Nur nicht jetzt aufgeben, der Gipfel ist keine Stunde mehr entfernt, ich muss es schaffen! Endlich kam ein kommentar von Raul, es sei nicht mehr weit. Und tatsaechlich liess die Steigung bald darauf etwas nach. Ich dachte es waere geschafft. Aber von der anderen Gruppe die vor uns lag, war nichts zu sehen. Da erblickte ich den wirklichen Gipfel etwas weiter linker Hand, der durch eine kleine Senke zu erreichen war.  Fuer einen Moment dachte ich Raul wuerde jetzt umdrehen, ich haette es gefuehllos hingenommen. Aber dann bog er doch noch in die Senke ein, um die letzten Schritte zum Gipfel in Angriff zu nehmen. Es war geschafft! Wolkenumgeben stach die 6310m hohe Spitze des Chimborazo heraus. Um 6.51 Uhr sank ich in die Knie und heulte einfach nur, nach solch einer Verausgabung wie ich sie in meinem Leben nicht haette vorstellen koennen. Wir machten ein Gipfelfoto, tranken bei angenehmen -6 Grad einen Schuck heissen Tee, assen etwas Schokolade. Nach 20min stand ich wieder auf, kotzte alles wieder aus und machte mich auf eine 2-stuendige Abstiegstour gefasst. (Das Gipfelfoto gibt’s in der englischen Version)

Zurueck auf 5000m Hoehe, in der Schutzhuette, legte ich mich pratsche breit auf die Bank, atmete fuer 20min tief durch, schnappte mir meine restlichen Sachen und rutschte zur 4850m Huette. Nochmals eine Stunde Erholung goennte ich mir, bevor es mir bei den 4 Grad zu kalt wurde. Leider musste ich ja meine schoenen warmen Sachen in Kolumbien zurueck lassen und die Ausruestung der Besteigung musste ich nun auch wieder abgeben. Gegen Mittag sass ich also auf knapp 5000m in den Startloechern, um maechtig an Hoehe und damit Kaelte zu versenken. Nach 105km zog ich auf 2200m Hoehe die Bremsen, um Tags darauf voellig aus den Anden ins westliche Schwemmland abzufahren.

Road map Colombia

I rode 1646km through Colombia, that add’s up to a total of 8484km until ecuadorian border

Angriff der roten Blutkoerperchen

Seit ueber einer Woche bewege ich mich nun schon in hohen Gefilden. Die Anden, ein echt tolles, unbeschreiblich und unvergessliches Erlebnis. In meinen kuehnsten Traeumen haette ich mir diese faszinierende Bergwelt nicht vorstellen koenne. Das Tal des Magdalena verengte sich nun zusehens. Die Andenauslaeufer rueckten immer naeher und zwangen mich schliesslich in den Schleichgang. Das geschah vor San Agustin, einem herrlichen Oertchen in 1700m Hoehenlage, nur etwa 30km abseits meiner Hauptroute. San Agustin ist ebenfalls wie Honda ein Touristenort. Nur das ich hier auch mal auf auslaendische Touris traf, was seit Cartagena nicht mehr der Fall war. Auf meiner schlechten Strassenkarte war bei San Agustin der "Parque Archeologico San Agustin" vermerkt. Was sich genau dahinter verbarg, konnte ich nur schwer erahnen. Letztlich war ich doch sehr positiv ueber den Park ueberrascht. Es gibt eine ganze Reihe Ausgrabungen zu bestaunen, die alle samt unter dem Schutz des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen sind. Teils riesige Skulpturen kamen bei den Ausgrabungen der vergangenen 80 Jahre zum Vorschein. Sowie eine sehr interessant angelegte Waschanlage, die in das Gestein eines Flussbetts eingemeisselt wurde.

      Skulpturen der San Agustin Kultur

Als Hoehepunkt gab es eine Ausgrabung auf einem angrenzenden Berg zu bestaunen, von wo ich die tolle Aussicht auf die fruchtbaren Talhaenge um San Agustin genoss. Ich erreichte den Ort bereits Tags zuvor und hatte von einer "Casa de Ciclistas" erfahren. Das Haus steht offen fuer vorbeikommende Tourenradler, so wie ich. Leider stand das Haus nicht offen, denn niemand war zu Hause. Jedoch gibt es grosszuegig angelegte Ueberdaecher, unter denen es sich hervorragend schlafen laesst und die auch noch genug Platz bieten, um mein mittleweile voellig verschmutzt und durchnaesstes Zelt ueber eine Leine zu haengen. Bei genauem erkunden fand ich sogar eine Toilette und eine Dusche unverschlossen vor. Damit hatte ich auch schon alles was ich brauchte, denn den Duschraum funktionierte ich kurzer Hand als Stauraum fuer Fahrrad und Sachen um. Mit einem Vorhaengeschloss davor konnte ich also unbeschwert den Tag im Park herumschlendern und ebenfalls den Ort besichtigen.

           ganz vorbildlich wird in Kolumbien auch zwischen vollgefederten MTB’s und Rennraedern auf Warnschildern unterschieden. Man will ja wissen, mit wem man es zu tun bekommt…

Die Casa wurde von den deutschen Igel und Paola nach Beendigung ihrer Radtour errichtet. Eine sehr gute Idee wie ich finde. Und ueber’s Internet findet man noch eine Reihe anderer Casa de Ciclistas, die sich in Lateinamerika verteilen. Vielleicht werde ich zum Ende meiner Radtout noch eine weitere Casa in Peru ansteuern. Davon hatte mir naemlich bereits der Pole Tomasz berichtet, den ich in Guatemala traf. Gegen ende des Tages kehrte ich zur Casa zurueck. Ein Columbianer ueberholte mich auf dem Privatweg und wir kamen ins Gespraech. Es war Teo, der Nachbar von Igel und Paola, der in ihrer Abwesenheit das Grundstueck auf Vorderman haelt und nach dem rechten schaut. Ich erzaehlte ihm, das ich hier letzte Nacht bereits geschlafen haette und meine Sachen in der Dusche eingeschlossen hatte. Teo besorgte mir kurzer Hand den Schluessel fuer die Kueche, denn diese soll ebenfalls den Radfahrern zur Verfuegung stehen, auch wenn die Eigentuemer nicht da sind. Das fand ich sehr nett, auch wenn ich die Kuechenutensilien nicht benutzen musste, so konnte ich doch von nun an die Dusche zu ihrem eigentlichen Zwecke wieder frei geben und meine Sachen in der Kueche lagern. Abens sass ich noch lange auf der Terrasse und schmoekerte in aelteren "Spiegel" Ausgaben und lass mir in einem Kolumbien Reisefuehrer ein paar mehr Informationen ueber Land und Leute an. So kam es, das ich letztlich drei Naechte dort zubrachte und meinen Beinen noch eine extra Pause beschehrte, bevor es so richtig in die Anden-Achterbahn gehen sollte. Eine Andere Sache die jedem Radler der die Casa bezucht zu teil wird, ist die pflanzung eines Baumes im Garten. So zogen Teo und ich mit dem von mir auf die schnelle angefertigtem Namensschild, bewaffnet mit einem Spaten und einem kleinen Obstbaeumchen los, um eine geeignete Stelle fuer die Pflanzung am Hang zu finden. Teo zeigte mich auch ein paar Baeumchen von anderen Radfahrern. Mal sehen, wenn ich das naechste mal komme, kann ich vielleicht schon bei der Ernte mithelfen…

           Namensschild fuer den Baum bei der Casa de Ciclistas

Voller Energie getankt verliess ich San Agustin am 16.03. und radelte mal 10km hoch, mal 10 runter die 160km nach Mocoa in einem Stueck. Dabei bewegte ich mich in Hoehen zwischen 290 bis 2100m. Alles war sehr einfach zu fahren und ich rollte auf klasse ausgebauten Strassen dahin. Doch in Mocoa hoert die Welt dann auf. Auf Schotter geht es 10km bis zu einer Kreuzung, wo man sich entscheiden muss. Entweder nach links, weiter ins Amazonas Flachland und in die Dschungelgrenzregion zu Ecuador und damit in das von Guerilla belagerten Gebiet, oder nach rechts, in eine schier unendlich erscheinende gruene Mauer der Anden. Das sollte wohl mein Weg sein, der Weg nach Pasto. Unmittelbar nach der Abzweigung wird es auch schon ernst und die Piste gewinnt zusehens an Hoehe. Nach 15min war dann erst einmal kurzzeitig eine Pause drann, nich weil ich schon ausser Atem waere, sondern weil ich einen Platten im Hinterrad verspuerte. Ich riss mir auch gleich bei der Suche nach dem "etwas" im Mantel den Finger auf. 2 kleine Metalnadeln hatten sich durchgebohrt. Nun war es schon Mittag und ich wusste nicht, wo es mich fuer heute Nacht hinverschlagen sollte. Vor mir sah ich nun in bereits schwindelerregender Hoehe die Antennen von El Mirador. Diese Strecke ist wirklich nichts fuer Nervenschwache. Des oefteren verengte sich die Piste, bedingt durch Erdrutsche. Einige Male musste ich mit dem Rad durch die Fluten eines abstuertzenden Gebirgsflusses pfluegen, bei dem meine Lowridertaschen "Land unter" meldeten. Zig mal musste ich in Ausweichnischen fahren, um dem Schwerlastverkehr freie Fahrt zu gewaehren. Jedesmal wenn ich das donnern eines LKW’s hoerte, dachte ich, meine Guete, wie kann man nur mit solchen Fahrzeugen auf dieser Strecke unterwegs sein. Die gleichen Blicke erntete natuerlich auch ich von diesen Fahrern, die teilweise Kopfschuettelnd abwinkten oder vor erbarmen mir einen Platz auf ihrer Ladeflaeche anboten. Doch ich fuehlte mich Pudelwohl und konnte alle Angebote ausschlagen. Geschlagen habe ich dann auf 1900m Hoehe, mitten im Gebirge bei einem Steinbruch, der fuer Strassenausbesserungsmassnahmen angelegt wurde. Weiter ging es tags darauf Erbarmungslos nach oben, bis ich irgendwann den Blick in ein 2000m hoch gelegenes Hoehental frei bekam. Nun ging’s wie im Sausewind 15km runter, 20km ueber die Ebene und danach endgueltig hoch auf 3250m in den Paramo. Ein Soldat berichtete mir, jetzt gehts nur noch runter bis Pasto. Damit rueckte der Ort sogar noch heute in greifbare Naehe. Doch weit gefehlt, Herr Soldat, da gibt’s naemlich noch ein weiteres Hochtal in 2600m Hoehe und danach gehts nochmal rauf auf 3100m. Aber davon hat der Soldat wahrscheinlich noch nie etwas gehoert. So musste ich eine weitere Nacht auf halber Strecke campieren.

           vom oberen Magdalenatal in die luftigen Hoehen der Anden

In Pasto hielt ich mich dann auch gar nicht lange auf und fuhr die 20km schnurstracks Bergauf. Von nun an allerdings wieder auf bestem Strassenbelag, dem Belag der Panamericana. Begleitet wurde ich von tausenden Pilgerern, die sich am Gruendonnerstag auf den etwa 80km langen Marsch nach Ipiales aufmachten. Ich konnte nicht genau herausfinden, wo sich die Pilgerstaette befand, allerdings pilgerten die Leute Tag und Nacht, wie es schien - Pausenlos! Ich goennte mir bei Sonnenuntergang jedoch noch eine letzte Pause und ein letztes Zeltlager nun mittlerweile hoch ueber dem Cañon, bevor es am Karfreitag zum Grenzuebergang nach Ecuador weiterging. An jenem letzten Tag in Kolumbien war ich noch zusaetzlich von hunderten von Radsportlern begleitet, die gemeinsam mit mir die letzten Hoehenmeter hinauf nach Ipiales keuchten. Fuer mach einen Radsportler war das allerdings ein frustrierendes Erlebnis, wenn ich mit meinem schwer bepackten Drahtesel wie eine Dampflock mit 10km/h an ihnen vorbei schnaufte. So manch einer verausgabte sich bei dem Unternehmen, sich nicht von so einem, mit zerrissenen Klamotten daherkommenden Radnomaden, abhaengen zu lassen. Die etwas fitteren Radsportler schwaetzten ein wenig mit mir, gaben mir einen Powerriegel und zogen an mir vorbei, als ob ich stehen wuerde. So manchmal dachte ich, wie wuerde das jetzt sein, wenn ich mein vollbepacktes 65kg schweres MTB gegen ein 10kg leichtes Rennrad eintauschen koennte.

       ein letztes mal werde ich noch wach… und dann koennte ich auch schon wieder fast einschlafen beim Warten fuer die Stempel

So erreichte ich nach 3 Wochen Kolumbien die ecuadorianische Grenze und wartete bei starkem Osterreiseverkehr 4 Stunden fuer die Stempelei - was lange waehrt, wird gut, und so erreichte ich ohne groessere Zwischenfaelle Ecuador, das 10. Land meiner Lateinamerika Tour. Und nach ueber einer Woche in entsperchenden Hoehenlagen vermehren sich die roten Blutkoerperchen weiterhin ganz praechtig in meinem Blutgefaesssystem…

Colombia

Long time no news, but I’m still around, alive and not captured. I got land under my feet in Cartagena on Feb. 29th. Oh, it wasn’t easy to walk. Being 5 days on a sailboat must have change some balance feelings in my brain. I had my bike fortunatly and could ride instead to walk into the old city. The day was facing an end and I had to ask around a few times until I had my room at a Hotel. Yeah, it feels great taking the first shower in a while, scraping off all the salt of my skin, making laundry and and and…

 fortress San Felipe, Cartagena

And watching TV! It’s not the first thing I usualy do though, but I heard some news about FARC Guerilla gets killed by colombian army on ecuadorian territory. Was that the way I wanted to take? I guess, because Venezuelas President Chavez freaked out and closed the border to Colombia. Well, let’s roll dude - that’s what I thought, and things are getting smoother with time. Colombia is huge and it would take me probably three weeks until I would reach danger zone. And that’s how it finally happend. Everybody is friendly with each other.

 one less FARC guerilla…

I had a few different choices how to get south. The Andes split immediatly after the ecuadorian border in the south in three cordilleras. But most of the roads are winding up in the mountains, where the climate isn’t that hot and more comfortable. Beside the big cities Cartagena and Baranquilla at the caribbean coast, most of the major cities are way above 1000m. I knew, I get a bunch of mountains anyways. That’s way I decided to ride into the only possible slot, between the east and central cordillera. It’s the valley of the Rio Magdalena, the longest river of Colombia. But there is no valley where it’s merged into the caribbean. There is hundreds of miles lowland and it gets down to 25m below sealevel. Everything is flooded for 10 months a year. There is no wind, what makes the heat unbearable. Thousends of mosquito start hunting for your blood when dusk arrives. Those people who live here are really poor - and not for just dealing with heat and bugs.

In the middle of everything is Mompox, a old colonial town. I thought, why have the spanish build a town right here. I got the answer a couple of weeks later. It was in times where the Magdalena river was the only connection between Bogota and the sea. I wonder anyways, how did they managed to get up this intense currant…  I was expecting seeing some tourists here, but nothing. Maybe Mompox is too far off the way, because after the town is the end of paved roads. From now on it’s loam, which rides fine when dry. That was the case at the beginning but it would change within one night. That’s when I lost not even the smooth surface, I lost half of my clothing equipment to a thief. So, don’t think where is no tourists at all, there were no thiefs. The guy actually wanted my bike, but could not handle those weird canadien steelwire locks, because he saw the rubber casing and thought, cool - it’s a rubber lock, that works with my fish knife. The guy was so frustrated that he took my cloths and thought, this biker guy will freeze in the Andes - or he didn’t think at all. I saw the guy and I could have ran after him. The problem is, if there a second guy, meanwhile he grabs all the rest.

 friendly sunset at Magdalena river, followed by unfriendly thief action at night

For the 40 rough slippry and muddy kilometers with lifted bags tooks me the whole day. I was in El Banco a dirty town on the Magdalena shores. There is no direct road up the river. And even if there was, I would have taken a speedboat anyways, to not get lost I a (former?!) coca plantation. I saw it in a book where the main areas for drug produce were or/and are. And for those 200km until Barrancabermeja was just everything marked. Maybe that’s why our boat had to stop several times to get luggage checked and ID’d. The boatride was like formula 1. The driver had to take hard turns for those 9 hours for not getting jammed by driftwood.

 gas station for motorboats

I saw some mountains on my right side ones a while. Parts of the central cordillera, but the valley was still too wide to see mountains on my left. Barrancabermeja is the oil center of Colombia. The biggest refinery is the main employer and carries all the side business, what makes Barranca to a lively city. I rode through hilly terrain with cattle farms and oil wells right next to each other. Two long days further south is Honda, that’s when it began to be nice. Mountains on both sides of the river - fantastic to look at. Honda is a tourist town, but I was the only foreigner.

 mercado, Honda

Through all this rubbery and thief action within the past weeks, I became a little less of a bike nomad in Colombia. I slept more often in Hostals now. It’s a big change, if you’re not use to it. Finding affordable accommodation was not easy. And giving a piece of nature away and change it for white painted walls and the sound of the city broke my heart. But I took comfort in having a pool to swim. Yeah, that was something! Lots of Hotels in Colombia have their own pool. I had three times the chance to swim 1500m after the 100km of riding my bike.

 Hotel with pool, a great thing

South of Honda is a goast town I came through. The town of Armero had one of the biggest tragedies in Colombian history. In 1985, a huge mudslide went down, to be caused by an erruption of a volcano near by. The erruption was underground, but it melted the glacier top and made the groud fragile. 20,000 people lost their lives in one shot. Today you find thousends of cross and a few half buried homes. In Ambalema is another crossing and I was on the eastern side of Magdalena again.

 I just wanted some gas, but the boulder arrived before me at the pump

I approach to San Agustin within 3 more days. San Agustin is located on 1700m elevation. First time I took a cool breath in Colombia. The climat is feels like spring. Everything is green, water is basically running anywhere down the mountains. And, of course, it rains quite often. But what makes San Agustin to a real attraction is its UNESCO protected world heritage site, the "Parque Arqueologico San Agustin". Some Archaeoleogist found tombs at the past century. They found out, the San Agustin culture was way older then the Inca. It’s backtracked until 9000 B.C.E. All we see of this culture is beautiful made and bizarre locking sculptures. The Park is well maintained and I enjoyed wandering around. There is another great thing in San Agustin. It’s the "Casa de Ciclistas". This is owned by two germans, who went through the americas and liked it so much, that they came back and developed the casa. Unfortunatly no one was around when I got there. Everything was locked up, except the shower and bathroom. Which was just fine for me, because I could lock my bike in the shower room while exploring the park. Later on, I met Teo, a neighbor. He takes care of things while Igel and Paola aren’t around. So, he gave me the key for the kitchen. I decided to stay for two more nights. We planted a fruit tree, because that’s kind of a rule for all global bikers who take a stop over here. I had a great time, thank you Igel + Paola and, of course, Teo!

 sculpture at the archaeogical park San Agustin

 casa de ciclistas, San Agustin

It’s time for some serious mountain action. The call of the Andes was in my ears. I felt recharged after two zero days and was mentally ready for the rollercoaster like ride. I had enough energie to get in one day 160km to Mocoa. That went like this: leaving from 1700m elevation, down to 1200m, up 2100m, down 300 and up 600. But I learned quickly, it’s nothing, if you decide to take the rugged road from Mocoa to Pasto. Because that goes like this: 600m up to 2000m, some 15km down and up to 2700m, down to 2000 and up again on 3250m down 2600m up 3100m and arriving at 2400 in Pasto. This road was just beyond awesome. Wild nature pure, deep valleys and endless forests - the most beautiful lookouts above clouds and above the amazonian low lands. I got so many offers to jump on a truck but I was happy to refuse them all.

 above the clouds and amazonian low lands

I hit the Panam in Pasto again. The first time after I have left this endless highway in Panama. And it was so nice to be back on the highway. Almost no traffic just before the easter weekend. But thousends of people pilgrimage the 80km south to the border town of Ipiales. I camped in a huge cañon that night and heard them walking by all night long. On my last day in Colombia were hundreds of people with road bikes besides me. It felt like whole Colombia is walking or biking on the Panam that day.

 back at the Panamericana

My last action in Colombia was waiting 90 min for the exit stamp, just to wait another 2.5 hours to get entry on ecuadorian side. It’s Easter and quite a few colombians wanted to cross the border the same time as me. Well, next time I’ll tell you more about Ecuador and the "Avenida de los volcanes".

Vamos por Colombia

Nach genau 1000km des radelns durch Kolumbien will ich heute ein kleines Fazit geben. Zuerst ist Kolumbien garnicht so boese wie es in der Vergangenheit sicher war, als Drogenkartelle nicht nur ganze Staedte, sondern komplette Landesregionen unter ihrer Kontrolle hatten. Doch das Land befindet sich im Wandel, und das weitestgehend abgeschirmt von der Weltoeffentlichkeit. Nun war ich gerade 24 Stunden im Land, da verfolgte ich die Nachrichten, die nun jedoch ausnahmsweise mal um die Welt gingen. Die Nummer 2 der FARC Rebellen wurde auf ecuatorianischem Gebiet vom kolumbianischen Militaer getoetet. Uribe, der konservative Praesident Kolumbiens, legt alle Mittel an, die auf etwa 15.000 Leute starke Guerilla weiter zu schwaechen. So, es sind also 15.000 die gegen einen Staat von 42 Millionen kaempfen. Das ist sicher ein stolzes Heer, wenn man es mit der staerke der RAF zu seiner Bluetezeit in Deutschland vergleicht. Jedenfalls steht hier nicht ein Guerilla an jeder Ecke rum und guckt in sein Maschinengewehr, bis mal ein Tourist vorbeischneit, den er entfuehren kann. Damit ist die Gefahr einer Entfuehrung allerdings nicht ausgeschlossen.

Ankunft in Cartagena, Kolumbien

wieder festen Boden unter den Fuessen

Zuerst kam ich also in Cartagena an, der sicher bezaubernsten Stadt ganz Suedamerikas. Das habe ich in verschiedenen Quellen gelesen und lasse diesen Satz jetzt mal so stehen. Ein grosses Urteil kann ich mir ja nicht ueber andere Staedte Suedamerikas erlauben, weil Cartagena die erste Stadt ist, die ich je in Suedamerika besucht habe. Allerdings beeidruckte mich die Ankunft mit der Estella Luna ueber den Seeweg schon sehr. Die Altstadt jedoch ist sehr schoen herausgeputzt und wunderschoen, mit ihren Kolonialbauten und den Balkonen, die hier ueberall die Fasaden schmuecken. Zudem gibt es eine komplett erhaltene Stadtmauer und eine riesige Festung. Sicher genug Besichtigenswertes um mindestens eine Woche aufenthalt zu rechtfertigen. Doch nach 2 Tagen Aufenthalt und nun mittlerweile einer Woche ohne Radfahren kribbelte es doch ganz schoen im Po. Generell standen mir 3 Hauptrouten zur Auswahl. Zum einen war da der direkte Weg ueber den westlichen Andenfluegel, der Stadte Medellin und Cali folgend zur ecuadorianischen Grenze. Der oestliche Andenfluegel ueber Bogota waere eine weitere Variante. Ich entschied mich aber, durch die goldene Mitte, dem Flusslauf des Rio Magdalena folgend, zu fahren. Hier gibt es allerdings keine Art von Schnellstrasse, die von Barranquilla, der Flussmuendung, bis zu den Quellen um San Agustin. Vielmehr ging es ueber Strassen aller Oberflaechentypen, mit Faehren verschiedenster historischer Zeitalter, sowie mit Schnellbooten ueber Streckenabschnitte wo keine Strassen existierten.

 Altstadt Cartagena

Ich fuhr also durch den veraemten Norden zuerst. Hier gehen die Cowboys in den savanneaehnlichen Steppenlandschaften noch traditionell ihrem Treiben nach. Ueberhaupt ist in Kolumbien das Leben wieder zurueck auf die Strasse gegehrt, nachdem es in Costa Rica und Panama ja eher westlich zur Sache ging. Es war mal wieder drueckend Heiss, und das ist es jetzt auch noch, wo ich 1000km weiter Landeinwaerts aus der Stadt Neiva schreibe. Die Temperatur richtet sich hier sowieso nicht in Regionen nach Himmelsrichtungen, sondern generell nur nach der Hoehe. Und soweit befinde ich mich immernoch in der Hoehe unter 1000m, die als heisse Zone beschrieben wird. Doch morgen geht es num ersten Mal in die warme Region (1000-2000m) und spaeter auch in die kuehle (bis 3000m) Region uns selbst der Paramo, die kalte Region von ueber 3000m wartet auf mich, bevor ich Kolumbien verlasse.

Cowboy in der Magdalena Region

Noch einaml zurueck in die heisse Region. Gleich am Abend meines ersten Tages hatte ich Probleme, einen Platz zum Zelten zu finden. Nicht das es genuegend Plaetze gibt, doch nach meinem Ueberfall in Nicaragua ziehe ich die menschliche Naehe vor. So fragte ich mich durch die Cowboy Haciendas, nach ein paar Quadratmetern zum Zelten. 6 Anlaeufe brauchte ich an jenem Abend, um das Vertrauen einer Person gerecht zu werden. Am zweiten Abend, bei meiner ersten Begegnung mit dem maechtigsten Fluss Kolumbiens, dem Rio Magdalena, sah es nach dem gleichen Muster aus. Doch nach dem ersten Nein fragte ich den Gruendstuecksbesitzer nachdem warum und erklaerte noch einmal genau wer ich bin, was ich mache und alles was ich will ist ein Fleckchen Gras in der Umgrenzung seines Stacheldrahtzauns. Das nahm dann wohl die Furcht des Auslaenders, der da hereingeschneit kommt, ein bisschen. Mit der Faehre schipperte ich am fruehen morgen fuer knapp eine Stunde zum ersten Mal ueber den Magdalena. Der Fluss ist so gewaltig und hat soviele maechtige Arme, das man in dieser Seenlandschaft schnell den Ueberblick verliehren kann. Also Vorstellung wuerde ich es mal mit der Havellandschaft im norddeutschen Raum vergleichen, nur 20 mal so gross! Die braunen Wassermassen schiessen foermlich an mir vorbei, Treibholz, Baumstaemme, ja ganze Baeume werden vorbei geschwemmt. Und dazwischen tuckern wir mit unserer 100-jaehrigen Faehre, wie es scheint, hindurch.

Auf dem guten alten Stueck Eisen ueber den Magdalena Fluss

40km spaeter, an einem weiteren Magdalena Arm gelegen, erreichte ich Mompos, eine kleine Kolonialstadt. Eigentlich wollte ich hier eine Nacht verbringen, es war aber noch frueh am Nachmittag und Zeit, weitere Kilometer auf einer staubigen Lehnpiste Stromaufwaerts zu fahren. Entsprechend eingedreckt war ich am Ende des Tages und brauchte dringend eine "Katzenwaesche". Kurz vor Guamal gibt es seit kurzem eine Bruecke ueber den Fluss und am Ort sollte mein Nachtdomiziel erreicht sein. Einen Sprung in die schlammigen braunen Fluten wagte ich nicht, so wusch ich mich aus einem traditionellen Kanu im sitzen. Schnell verbreitete sich die Nachricht im Dorf, nicht dass sich einer mit komisch gestreifter Hautfarbe (an manchen Stellen bin ich braun wie die Einheimischen, andere sind jedoch weiss wie Kaese) hier badet, sondern ein deutscher mit dem Fahrrad von Mexiko kommend bei uns Zeltet. Ganze Schulklassen kamen mich "besichtigen" und bestaetigten mir das hier noch niemals jemand einen Auslaender mit dem Fahrrad gesehen haette.

Erst Freud, dann Leid. Schulklassenbesuch und naechtlicher Diebstahl (ich sah den Dieb und der war eindeutig zu alt um der Schulklasse eine Schuld einzuraeumen)

Das sollte allerdings noch lange nicht genug Trubel fuer den Abend bzw. die Nacht gewesen sein. Ich darf mir auf solch einer Radtour keine Fehler erlauben - wie oft habe ich mir selbst diesen Spruch eingeblaeut. Doch in jener Nacht oder besser in den spaeten Abendstunden unterlief mir ein Fehler in meinem Sicherheitssystem. Eine Person machte sich an meinem Fahrradschloss mit einem Messer zu schaffen und musste einsehen, das ein Messer noch immer keine Stahlseile durchschneidet. Jedoch flinke Finger durchaus in der Lage sind,m einen betraechtlichen Teil meiner Ausruestung verschwinden zu lassen. In diesem Falle waren es 12 Kleidungsgegenstaende, von Unterwaesche, ueber Shirts, Pullover bis hin zu meiner Regenjacke. Von all dem fand ich am naechsten Morgen nur ein paar Socken und meine zerschlissene Hose wieder. Gefaehrliches Kolumbien?! Und weiter ging es mit Teil 3 in dieser Nacht. Ein abscheuliches Gewitter zog auf und brachte einen noch abscheulicheren Regen hernieder, wie ich ihn in meinen Lebtagen noch nicht gesehen habe. Ich dachte schon mein ganzes Zelt schwebt inklusive der Heringe im Boden, ueber die Klippe hinweg in die ewigen Fluten des Magdalena. Zum Glueck kam es nicht so weit und so musste ich mich "nur" mit einer voellig aufgeweichten Lehmpiste auf den naechste 40km bis El Banco durchquaelen.

Fahrradtransport begutachtet Fahrradtransport

In El Banco landete ich in einem Hotel ohne fluessend Wasser. Ueberhaupt habe ich in den ersten 4 Tagen seit Cartagena kaum fliessend Wasser gesehen. Normalerweise besorgte ich mir mein Trinkwasser von Tankstellen. Hier hatten die Tankstellen aber nur ein dreckiges Fass mit einer Schicht Mototenoel anzubieten. Spaeter in der Nacht hatte ich auch keinen Strom mehr im Hotel, weil ein weiteres maechtiges Gewitter die gesamte Stadt ausgeschaltet hatte. Zum Glueck regnete  es in stroemen, und so sicherte ich mir mein Trinkwasser durch Auffangen im Kochtopf aus dem Regenwasser. Damit ihr eine Vorstellung davon habt, wie stark der Regen fiel. Fuer einen Kochtopf voll Wasser ca.1l brauchte ich 1:20min, bei einem Kochtopfdurchmesser von gut 20cm. Das ist eine sagenhafte Regenspende die mich als Ingenieur in Deutschland bei der Planung vor maechtige Probleme setzen wuerde. Aber zum Glueck sind wir in Kolumbien, und da ist das gar kein Problem - Lapaloma olĂ©…

Im Motorboot 9 Stunden ueber den Fluss

Von El Banco fuhr ich im Motorboot vielleicht so um die 200km Stromaufwaerts. Vielleicht waren es noch einige Kilometer mehr, denn wir fuhren in einem Affenzahn in Schlaengelfahrt  um Treibholz und so einige andere Sachen, die so schwimmend an der Wasseroberflaeche treiben. Nach 4 Militaerkontrollen mit einer Passkontrolle und 3 Gepaeckdurchsuchungen kam ich nach 9 Stunden in Barrancabermeja an. Hier befindet sich das Erdoelzentrum des Landes. Ueberall waren Oelbohrturme und Oelfoerderanlagen zu sehen. Barrancabermeja hat auch die groesste Erdoelraffinerie des Landes. Nach einer weiteren Hotelnacht sauste ich nun, mit gutem Rueckenwind und ansprechender Teerstrasse, meine laengsten Tagesetappen dahin. Bald gab es Abwechslung fuers Auge, denn die ersten Andenauslaeufer rueckten naeher ans Flussbett. Zudem durchradelte ich eine touristische Gegend um der Stadt Honda. Viele Hotels haben hier Freibaeder, da fiehl es mir einfacher einzuchecken und mich mit der Tatsache abzufinden, das eine Nacht im Zelt in Kolumbien eher die Ausnahme beschreibt. Doch letzte Nacht habe ich wieder gezeltet und dann weiss ich auch genau wo mein Herz schlaegt, wenn ich den Sonnenuntergang beobachte, mein Sueppchen unter dem Pfeifkonzert von hunderten tropischer Voegel, dem zirpsen der Grillen, dem Froschkonzert oder einfach nur dem heulen des Windes lauschend zubereite und in der Natur bin.

Jetzt rufen die Anden, und davon berichte ich Euch das naechste Mal - wenn mich nicht die Guerillia’s wegfangen.